Székkutas

Im deutschsprachigen Raum ist das bekannteste ungarische Dorf  wahrscheinlich auch heute noch Vásárhely-Kutaspuszta, das heißt, das heutige Székkutas. Hierher kam in den 20-ziger Jahren Hugo Hartung, aus dem später der gewiss bekannte deutsche Schriftsteller wurde. Seine Pußtaerlebnisse hat er in seinem Buch „Ich denke oft an Piroschka” (Gyakran gondolok Piroskára) festgehalten, das er – vielleicht in Torschlußpanik – 1954 schrieb. Sowohl das Buch, als auch der daraus entstandene Film wurden weltbekannt. Der Roman von Hartung ist der einzige in der Weltliteratur, dessen Handlungen in der Kutaspußta spielen, aber das erstaunt vielleicht niemanden. Die Witwe des Schriftstellers – die wohl weniger an Piroschka denken wollte – hat einige Gebrauchsgegenstände und Fotos von ihrem Mann Székkutas vermacht. Von diesen wurde die Hugo Hartung Ausstellung zusammengestellt.

Im Voraus gerade soviel, die Zeit: Sommer 1923. Die Orte: Budapest, Hódmezővásárhely und natürlich der Balaton. Die Hauptfigur (der Schriftsteller selbst) ist ein Philosophiestudent im ersten Studienjahr, der als Austauschstudent in unser Land kam. Zu Beginn seiner Reise verliebt er sich in ein adrettes und reiches deutsches Mädchen, die ihn zu einem Treffen nach Pest einlädt, dann zu einem Ausflug an den Balaton. Im Kreis seiner ungarischen Gastgeber lernt er die phantastische Piroschka kennen, die ihn anbetet. Die Erlebnisse, Eindrücke und die Komplikationen, die die beiden Mädchen verursachen, schrieb Hartung in einer lockeren Lektüre nieder, die zuweilen das Zeitbild und Krankheitsbild Ungarns in den 20ziger Jahren ist, sagen die Kritiker. Aber es lohnt sich zu kalkulieren, dass die Erinnerungen von Hartung 30 Jahre eiserner Wille sind, wenn Sie es verstehen. Aus dem Roman wurde ein erfolgreicher, oft gespielter deutscher Film hergestellt, der bewirkt, dass die Romantik der ungarischen Pußta noch heute die Touristen anzieht.

Aber hier war nicht immer alles in Ordnung. Der Ort kam in den verschiedenen Dokumenten  meistens unter dem Namen Peres Kutas vor, wegen der langandauernden Prozesse um das Eigentumsrecht des Gebietes. 1426 wird es erstmals unter dem Namen Kwtas erwähnt, wohl weil damals ein lebensnotwendiger Brunnen hier war. Laut örtlicher Überlieferung bekam er  den Vornamen Veres wahrscheinlich wegen des am Dorfrand befindlichen, mit seinen 220 Jahren das älteste, einst rot gestrichene Gasthaus. Székkutas kam im 18. Jahrhundert von der Károlyi Familie ins Eigentum von Hódmezővásárhely. Bis 1950 war die Vásárhelyer Pußta ein Teil – dem unermüdlichen Kampf von Máté Gregus senior dankend wurde Vásárhely-Kutassá gebaut-,  während zum Teil diese von Orosházer Siedlern besiedelt wurde. Das Kulturhaus gab der Hinterlassenschaft von Hugo Hartung  und der ortsgeschichtlichen Ausstellung ein Zuhause. In Richtung Békéscsaba, einige hundert Meter vom Bahnhof entfernt befindet sich die Windmühle Rotkäppchen. 

Eine weitere auswertbare Legende knüpft ans Dorf an. Oft vergnügte sich in dem am Dorfrand steheden Gasthaus der berühmtestes ungarische Räuber, Sándor Rózsa. Zum Fliehen – laut Folklore – führte ein Tunnel neben dem Gasthaus bis zum Friedhof, wo sein Pferd wartete. 

István Pálffy: ein wenig Heimat; Hódmezővásárhely und Umgebung


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